Praxiserfahrung im internationalen Liefervertragsrecht

Eine besondere Spezialisierung von LEGACON Industriekanzlei liegt in der Beratung zu allen rechtlichen Fragen rund um das internationale Liefervertragsrecht.

Rechtlicher Rahmen des internationalen Liefervertragsrechts

Das internationale Liefervertragsrecht im weiteren Sinne umfasst sämtliche rechtlichen Bestimmungen, welche die Rechte und Pflichten eines grenzüberschreitenden Liefervertrages definieren. Im engeren Sinne regelt das internationale Liefervertragsrecht als sog. Internationales Privatrecht (IPR), welche Rechtsordnung auf einen konkreten internationalen Liefervertrag anwendbar ist.

Internationales Liefervertragsrecht als Internationales Privatrecht

Bei allen internationalen – d.h. grenzüberschreitenden – Transaktionen stellt sich zu aller erst immer die Frage, welche (nationale) Rechtsordnung auf diesen Vertrag anwendbar ist. Oder anders gewendet: Welche Bestimmungen des materiellen Rechts (substantive law / droit materiel) welcher Rechtsordnung regeln die Rechte und Pflichten aus dem Vertrag?

Hierzu enthält jede einzelne – nationale – Rechtsordnung eigene Regeln des Internationalen Privatrechts (auch Kollisionsrecht genannt). Die historische Entwicklung zeigt, dass diese Regelungen in jedem Land durchaus unterschiedlich ausfallen können. Deswegen wurden schon früh Bemühungen unternommen, diese kollisionsrechtlichen Regelungen international zu vereinheitlichen. Im EU-Raum haben diese schließlich zur Verabschiedung der Rom I-Verordnung mit vereinheitlichten Regeln des Internationalen Vertragsrechts geführt:

  • Verordnung (EG) Nr. 593/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 2008
    über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (Rom I-Verordnung)
    Regulation (EC) No 593/2008 of the European Parliament and of the Council of 17 June 2008
    on the law applicable to contractual obligations (Rome I Regulation)
    Règlement (CE) N° 593/2008 du Parlement Européen et du Conseil du 17 juin 2008
    sur la loi applicable aux obligations contractuelles (Règlement Rome I)
    Verordening (EG) Nr. 593/2008 van het Europees Parlement en de Raad van 17 juni 2008
    inzake het recht dat van toepassing is op verbintenissen uit overeenkomst (Rome I-Verordening)

Internationales Liefervertragsrecht als materielles Recht (substantive law)

Die nach diesen kollisionsrechtlichen Regelungen ermittelten jeweiligen nationalen Rechtsordnungen bestimmen im Weiteren mit ihren inhaltlichen – materiellen bzw. substantiellen – Rechtsregeln die Rechte und Pflichten aus dem Liefervertrag. So kann z.B. das deutsche, das französische, das englische, das italienische oder auch das Recht eines einzelnen US-Bundesstaates Anwendung finden.

Als Teil dieser einzelnen nationalen Rechtsordnungen gelten aber auch übergeordnete rechtliche Regelungen. Im Bereich der europäischen Union sind dies beispielsweise die jeweiligen EU-Verordnungen. Weiter gehören dazu die – nicht allein auf den EU-Raum beschränkten – Regelungen diverser internationaler Übereinkommen. Diese gelten aufgrund multilateraler Staatsverträge unmittelbar in den jeweiligen Rechtsordnungen der Vertragsstaaten. Im internationalen Wirtschaftsverkehr zählen hierzu insbesondere:

  • Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf (UN-Kaufrecht/ Wiener Kaufrecht)
    United Nations Convention on Contracts for the International Sale of Goods (CISG)
    Convention des Nations unies sur les contrats de vente internationale de marchandises (CVIM)
    Verdrag der verenigde naties inzake internationale koopovereenkomsten betreffende roerende zaken (Weens Koopverdrag/ CISG)

Gerichtliche Zuständigkeiten im Kontext internationaler Lieferverträge

Mindestens genauso bedeutend wie die Frage, nach welchen rechtlichen Bestimmungen sich die Rechte und Pflichten der Parteien eines Liefervertrages ergeben, ist die internationale Zuständigkeit. Hierbei geht es um die Frage, in welchem Land ein gerichtliches Verfahren geführt werden muss. Diese richtet sich nach dem Internationalen Zivilverfahrensrecht (IZVR).

Auf EU-Ebene gilt die folgende EU-Verordnung:

  • Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2012 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Brüssel I-VO/ EUGVVO)
    Regulation (EU) No 1215/2012 of the European Parliament and of the Councel of 12 December 2012 on jurisdiction and the recognition and enforcement of judgments in civil and commercial matters (Brussels I Regulation)
    Règlement (UE) N° 1215/2012 du Parlement Européen et du Conseil du 12 décembre 2012 concernant la compétence judiciaire, la reconnaissance et l’exécution des décisions en matière civile et commerciale (Règlement Bruxelles I)
    Verordening (EU) Nr. 1215/2012 van het Europees Parlement en de Raad van 12 december 2012 betreffende de rechterlijke bevoegdheid, de erkenning en de tenuitvoerlegging van beslissingen in burgerlijke en handelszaken (EEX-Verordening/ Brussel I)

Praxiserfahrung im internationalen Liefervertragsrecht

Selbst wenn auf einen internationalen Liefervertrag das UN-Kaufrecht (CISG) Anwendung finden sollte, bedeutet das nicht, dass nicht ergänzend auch weitere Bestimmungen der jeweiligen nationalen Rechtsordnung gelten. Deshalb bedarf es bei allen Fällen mit internationalem Bezug immer auch spezifischer Kenntnisse einzelnen Rechtsordnungen.

Hier unterstützt Sie LEGACON Industriekanzlei. Wir verfügen über langjährige Praxiserfahrung im internationalen Liefervertragsrecht. Ferner arbeiten wir eng mit einem Netzwerk von qualifizierten ausländischen Anwälten, insbesondere aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Österreich zusammen.

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